CASTOR-Proteste im Landkreis Uelzen erfolgreich – Transport weicht aus [PM 11/2011-5]

RamelslohAufgrund der Proteste im Landkreis Uelzen hat der CASTOR-Transport einen Umweg auf dem Weg zum Zwischenlager Gorleben genommen. Nachdem der CASTOR-Transport bei Hannover umgeleitet wurde, fuhren 80 Menschen zur sogenannten Nord-Strecke (Verden / Aller, Rotenburg / Wümme, Buchholz / Nordheide, Rangierbahnhof Maschen) nach Ramelsloh. „Damit wurden die Resolutionen hiesiger Kommunalparlamente (Kreistag, Stadtrat Uelzen und Samtgemeinderat Bad Bevensen), dass der Transport wegen seiner gefährlichen Strahlenfracht nicht durch den Landkreis Uelzen rollen dürfe, durch unsere Aktionen in die Tat umgesetzt. Weiterhin unterstreichen wir die Rechtmäßigkeit unserer Taten zivilen Ungehorsams. Wir gehen davon aus, dass Gerichte im Nachhinein den Klagen stattgeben werden, dass der CASTOR-Transport illegal durchgeführt wurde“, resümiert Henner Schlichting von der BI Uelzen.

Bei der Aktion in Ramelsloh / Landkreis Harburg gelangten trotz großem Polizei-Aufgebot 40 Menschen an mehreren Punkten neben den Gleiskörper der Güterumfahrung Buchholz/Nordheide zum Rangierbahnhof Maschen. Die Gleise wurden nicht betreten. Die eintreffenden Polizisten betraten die Schienen, woraufhin der Zugverkehr eingestellt wurde. Gleich darauf kam es zu einer unschönen Szene durch eine niedersächsiche Polizei-Hundestaffel. Sechs Polizisten mit Hunden ohne Maulkorb gingen die Menschen neben den Gleisen an, dabei wurde ein Familienvater aus Bad Bevensen durch Hundebisse verletzt.

"Dieser Einsatz war völlig unverhältnismäßig", so Daniel Holtermann vom Anti-Atom-Bündnis NordOst aus Rostock, der die Szene beobachtete. Der Transport wurde durch die Aktion 80 Minuten gestoppt.

Zu weiteren Verzögerungen kam es am Sonntag durch unsere folgenden Aktionen. Bei Radbruch nordwestlich von Lüneburg drosselte der Transport das Tempo auf 40 km/h. Nördlich von Aljarn / Gemeinde Altenmedingen saßen immer wieder Menschen auf den Gleisen. Während des Transportgeschehens wurden von der Polizei die Grundrechte außer Kraft gesetzt. Die Demonstrierenden aus dem Landkreis Uelzen wurden mittels Handy-Ortung durch Polizei-Hubschrauber verfolgt. Die von der Polizeieinsatzleitung angeordneten Hundeangriffe auf Demonstranten zeigen, dass der illegale Transport nur mit unverhältnismäßig hartem polizeilichen Vorgehen durchsetzbar war.

Das ist ein Armutszeugnis für unsere Demokratie. „Mir persönlich wurde Schußwaffengebrauch in den Wäldern von Aljarn angedroht. Trotzdem werden wir mit unseren legitimen Protesten weitermachen, da Gorleben ungeeignet und politisch gescheitert ist“, so Bernd Ebeling.

Neben vielen Menschen aus dem Landkreis Uelzen wurden die von der BI Uelzen organisierten Proteste von den Anti-Atom-Bündnissen NordOst (Mecklenburg/Vorpommern), Halle/Saale, Magdeburg, Anti-Atom Berlin, dem Celler Forum gegen Atomenergie und contrAtom unterstützt.

Weitere Bilder unter: publixviewing.de

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