“ja: wir stören.” – BI Uelzen unterzeichnet gemeinsame Aktionsgruppenerklärung

Wenn im November zum dreizehnten Mal ein Castorzug von LaHague ins Wendland rollt, dann werden die Aktions- und Protesttage zum Kristallisationspunkt einer Bewegung, die noch lange nicht da ist, wo andere sie sehen (wollen): am Ziel ihrer Träume? Nö. Am Ende ihrer Kraft? Das glaubt mal bloß nicht!


Konsens - von wegen!

Die Politik feiert ihren „Atomausstieg“ und hofft, ein unbequemes Thema los zu sein. 8 AKWs sind vom Netz. Die Freude darüber vernebelt aber nicht unseren klaren Blick: Nein - eine logische Konsequenz aus den Ereignissen in Fukushima oder gar ein grundlegender Wandel der Energiepolitik ist dieser „Atomausstieg“ nicht! Nein - dieser „Konsens“ kann nicht unserer sein!

  • Fukushima hat vor Augen geführt: Atomkraft ist nicht beherrschbar - es gibt keine Sicherheit. Alle AKWs müssen sofort und für immer stillgelegt werden.
  • Die Lagerung von Atommüll ist und bleibt ein unlösbares Dilemma - weltweit. Deshalb muss sofort mit der weiteren Produktion von Müll aufgehört werden. Das noch für dieses Jahr geplante Endlagergesetz gaukelt eine Lösung des Atommüllproblems vor und soll eine Legitimation für den weiteren Betrieb von AKWs schaffen.
  • Der Salzstock Gorleben ist aus vielen bekannten Gründen als Endlagerstandort nicht geeignet. Der weitere Ausbau muss sofort beendet und das Endlagerprojekt Gorleben aufgegeben werden.
  • Die Urananreicherungsanlage Gronau und die Brennelementefabrik Lingen verweisen auf den Anfang der Atomspirale: die zerstörerischen Auswirkungen des Uranabbaus auf die Lebensbedingungen von Menschen, vor allem im globalen Süden. Diese Anlagen halten AKW weltweit am Laufen. Auch sie müssen sofort stillgelegt werden.
  • Der versprochene Umbruch in der Energiepolitik hin zu erneuerbaren Energien ist weit entfernt von einer radikalen Energiewende, geht es doch weiterhin um die systematische Begünstigung weniger Großkonzerne. Für einen grundlegender Wandel in der Energiepolitik braucht es Veränderungen in Richtung einer dezentralen, kollektiv verwalteten Versorgung mit alternativen Energien.

Wir setzen uns ein für ein radikales Umdenken und für Veränderungen - hin zu einer Gesellschaft, in der die Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen, und nicht Wachstum und Profit.


Wir sind noch lange nicht am Ziel!

Der Streit um die sofortige Stillegung der Atomanlagen und um eine menschengerechte Energieversorgung ist noch lange nicht zu Ende. Jetzt erst recht oder gerade jetzt in Zeiten des Umbruchs braucht es die UnruhestifterInnen, die weiter den Finger in die Wunde legen und das „Weiter So“ der herrschenden Energiepolitik stören. Nein, wir lassen uns nicht einlullen von Ausstiegschwärmereien. Nein, wir lassen uns nicht befrieden: unser Widerstand geht weiter!

Der Castortransport im November ist ein Symbol für das „Weiter So“ in der Atompolitik und eine Zementierung des Endlagerstandorts Gorleben. Das geht gar nicht!


Die wilde Mischung machts.

Wir - unterschiedliche Aktionsgruppen aus dem Widerstand - werden uns mit vielen Menschen in das Castor-Geschehen einmischen - mit unterschiedlichen Ideen und Aktionsformen, alle auf ihre Weise. Wir begreifen uns als Teil eines gemeinsamen Widerstandes, und nur gemeinsam werden wir Unmögliches möglich machen. Auch wenn wir Unterschiedliches tun, werden wir uns solidarisch aufeinander beziehen. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren - sondern werden durch ein buntes und immer wieder überraschendes Zusammenspiel unsere Stärke entfalten:

Zentraler Ausdruck unserer Aktionen soll es sein zu zeigen, dass sich tausende – höchst unterschiedliche – Menschen gemeinsam entschlossen haben, sich dem Castor-Transport in den Weg zu stellen.

Egal, wie und woher wir in die Camps und auf die Schiene und Straße kommen - wir haben ein gemeinsames Projekt:

ja: wir stören.
entschlossen - vielfältig - und nachhaltig

=> Die Erklärung als pdf-Datei befindet sich hier
weitere Informationen zur Erklärung findet ihr unter http://ja-wir-stoeren.de

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