“Wir werden es nicht hinnehmen, dass Ihr geldgeilen Konzerne unsere Umwelt verschandelt” – Energiewende-Demo, Hannover

Rede von Dipl. Ing. Bernd Ebeling (BI Uelzen) zu Lagerstättenwasser, Fracking, Bundesberggesetz usw. auf der Demo "Energiewende retten!" am 22. März 2014

Bernd Ebeling auf der Energiewende-Demo in Hannover am 22. März 2014Mit dem Thema Erdgas und seinen Umwelt- und Gesundheitsschäden hatte ich nach der Grenzöffnung erste Berührungspunkte, Erdgasarbeiter aus der Altmark im nördlichen Sachsen-Anhalt waren durch Quecksilber vergiftet worden, Gelände um die Erdgas-Anlagen ebenso, Sanierungsaufwand: 300 Mio. EUR, bezahlt der Steuerzahler. Neulich berichtete mir ein Landwirt, im Landvolk organisiert, folgende Geschichte ebenfalls aus der Altmark. Bohrschlamm-Deponie der Erdgasindustrie, eingezäunt: Das Gras wuchs so schön saftig, also Zaun auf und die Schafe weiden lassen, die nächsten Tage waren sie tot. Von wegen alles so harmlos, wie Gas- und Ölindustrie in ihren Hochglanzbroschüren uns verkaufen wollen.

Erdbeben bedingt durch die Gasförderung in den Landkreisen Soltau-Fallingbostel, Rotenburg und Verden, Häuserschäden, RWE DEA als Verursacher weigert sich größtenteils zu zahlen, Benzol und Quecksilber neben billigen ungeeigneten Kunststoffleitungen für Lagerstättenwasser.

Vor anderthalb Wochen ist der erste Fracking-Antrag genehmigt worden, direkt angrenzend an den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Die nächsten werden in Kürze folgen, vor allem in Niedersachsen.

Die seit Jahrzehnten praktizierte Gas- und Ölförderung verseucht unsere Umwelt, giftiges Lagerstättenwasser in Grundwasser und Boden, gasförderungsbedingte Erdbeben schädigen unsere Gebäude, bei einer Bohrlochreinigung werden ca. 100.000 m3 Gas unvollständig abgefackelt, Luftverschmutzung pur.

Exxon Mobil, RWE und Co. Hört genau zu. Wir werden es nicht hinnehmen, dass Ihr geldgeilen Konzerne unsere Umwelt verschandelt.

Gas- und Ölförderung erzeugen giftige Lagerstättenwasser. Das fällt immer an, unabhängig davon, ob gefrackt wird oder nicht. In Niedersachsen gibt es ca. 50 Versenkbohrungen für Lagerstättenwasser aus der Gas- und Ölförderung.

Zig Millionen m3 Lagerstättenwasser wurden und werden in Tiefen zwischen 600 und 1.100 m Tiefe verklappt. In Luckau im Wendland wurde sogar nur in 300 m Tiefe. Dieses Gemisch aus salzigem Wasser, Kohlenwasserstoffen und Schwermetallen ist gesundheitsschädigend. Es enthält z. B. krebsauslösendes Benzol und Toluol (BTEX), giftiges Quecksilber und Blei, teilweise ist es radioaktiv belastet. Die Konzentration dieser Stoffe überschreitet die gesetzlichen Vorgaben der Trinkwasserverordnung um das hundertfache bis tausendfache, teilweise hunderttausendfache. Wie blöd kann mensch nur sein, diese Giftstoffe in unsere Erde zu pressen?

Es ist nur eine Frage der Zeit, wann diese Stoffe in unser Grundwasser gelangen.

Kein Geologe kann garantieren, dass das nicht passiert. Die Gas- und Ölindustrie erst recht nicht. Diese Konzerne sind nur an höchstmöglichem Gewinn interessiert.

Nicht mit uns!

Letzte Woche haben wir die Zufahrt zu einer Versenkbohrung in Oerrel/Heidekreis von Exxon Mobil blockiert. Fast täglich fahren dort Gefahrgut-Tanklastwagen mit Lagerstättenwasser an, um das Giftgemisch in unsere Erde zu verklappen. Wir sehen darin eine erhebliche Gefahr der Verseuchung unseres Grundwassers. Es gibt diverse Tiefbohrungen, wir befürchten, dass das giftige Lagerstättenwasser irgendwann in die oberen Grundwasserschichten einströmt. Wenn das passiert haben wir ein großes Problem für unser Trinkwasser, aber auch für das Beregnungswasser, welches in der Landwirtschaft verwendet wird. Wir fordern, dass die Verpressung des Lagerstättenwassers gestoppt wird.

Das Gefahrensymbol für umweltgefährdende Substanzen nach der Richtlinie 67/548/EWG vom European Chemicals Bureau (Chemikalienfachstelle der EU)Exxon Mobil = Gift im Grundwasser ?

Was sagen wir dazu?

Exxon off, Exxon off, Exxon off, Exx on off

Viele kennen das gelbe X aus dem CASTOR-Widerstand. Das gelbe X der Anti-Atom-Bewegung ist bei Lagerstättenwasser und Fracking die rote Hand. Eine Verbindung von Anti-Atom- und no fracking-Initiativen ist das rote X mit diesen Händen.

Bundes- und Landesbehörden versagen, die gängige Praxis der Gas- und Ölförderung vergiftet unsere Umwelt. Das Bundesberggesetz wird über Grundgesetz und Wasserhaushaltsgesetz gestellt! Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat im Januar 2011 genau ausgeführt, wie ein bundesweites Fracking-Verbot gesetzlich zu begründen wäre. Drei Jahre später haben Bundesregierung und Bundestag noch immer kein Gesetz auf den Weg gebracht. Das ist ein politisches Armutszeugnis. Sogar der Beraterkreis der Bundesregierung, der Sachverständigen-rat für Umweltfragen sagt klipp und klar: Fracking aus energiepolitischen Gründen nicht förderungswürdig. Wenig hilfreich ist auch das Herantasten von Wirtschaftsminister Olaf Lies und Umweltminister Stefan Wenzel. Den Runderlass der niedersächsischen Landesregierung zur Gasförderung mittels Fracking in konventionellen Lagerstätten lehnen wir ab.


Folgende Forderungen richten wir an Bund, Länder und die Europäische Union:

  • Ein sofortiges ausnahmsloses Verbot sämtlicher Formen von Fracking bei der Erforschung, Aufsuchung und Gewinnung fossiler Energieträger. Dies ist unabhängig davon, ob die Rissbildung mit oder ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, hydraulisch oder andersartig erzeugt wird.
  • Ein generelles Import- und Handelsverbot von „gefrackten“ fossilen Energieträgern.
  • Ein generelles Verbot der Verpressung von Lagerstättenwasser.
  • Eine Novellierung des Bergrechts. Die höchsten Umweltstandards und Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit haben im Fokus der Novellierung zu stehen.
  • Ein konsequentes Umsetzen der politisch beschlossenen Energiewende, d.h. Abkehr von fossilen Brennstoffen, Ausbau der erneuerbaren Energien und Steigerung der Energieeffizienz.

Wenn Gas- und Ölindustrie ihre Umweltsauereien und Preistreibereien nicht stoppen, werden wir das tun, denn wir sind das Volk - Exxon Mobil und Co haben ni X zu entscheiden!


Exxon Mobil? Exx on off!




Video-Zusammenschnitt von der Energiewende-Demo (inkl. Rede):




Weitere Links und Infos zur Demo:


Bernd Ebeling, Mob. 0162 8265146

BürgerInneninitiative gegen Atomanlagen Uelzen, beschäftigt sich auch mit den Themen Fracking, Lagerstättenwasser, Gas- und Ölförderung, Energiewende
c/o Bernd Ebeling
Schillerstr. 1 A
D-29525 Uelzen
bernd[at]bi-uelzen.de
www.bi-uelzen.de
www.gegen-gasbohren.de

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