Exxon Mobil sucht neue Versenkung von gitigem Lagerstättenwasser – BI Uelzen lehnt ab

Presseinformation der BürgerInneninitiative Umweltschutz Uelzen (BI Uelzen)


BI Uelzen fordert: Stoppt das Versenken von umweltgefährdenden Lagerstättenwasser aus der Erdgasförderung im Untergrund

Wie Ende letzter Woche bekannt wurde beabsichtigt Exxon Mobil umweltschädliches Lagerstättenwasser aus der Erdgasförderung in der Bohrung Soltau Z 2 zu versenken. Nach unseren Recherchen hat Exxon Mobil dabei auch die aktive Erdgasfördersonde Munster Nord Z 1 im Visier. Am 20. Mai 2014 wurde dieses Bohrloch von Exxon Mobil zusammen mit der Firma Schlumberger neu vermessen. Die Erdgasfördersonde liegt ca. 4 km östlich der Stadt Munster in 900 m Entfernung zum Golfplatz.

Die Verpressung von Lagerstättenwasser im Untergrund lehnt die BI Uelzen grundsätzlich ab. Die Risiken, welche mit der Verpressung einhergehen, seien zu groß. Durch die Verpressung des Lagerstättenabwassers bestehe die Gefahr von Erdbeben. Exxon Mobil habe in Deutschland auch keine Erfahrung mit der Verpressung in Teufen von 4. bis 5.000 m Tiefe. Weiterhin befürchten wir Kontaminationen des Grundwasser beispielsweise mit Benzol, Quecksilber oder Strontium. Diese umweltgefährdenden Stoffe und weitere seien im Lagerstättenwasser enthalten. „Wir fragen uns welche Probleme bei den Versenkbohrungen Dethlingen H 1 (bei Oerrel), Soltau Z 6 (bei Reimerdingen), Grauen Z 1, Walsrode H 1 (bei Walsrode Drei Kronen), Gilkenheide Z 1 (westlich von Soltau-Frielingen) und Söhlingen H 1 auftreten? Auf die Beantwortung dieser Fragen durch Betreiber Exxon Mobil sind wir sehr gespannt“, fasst Daniel Baum, Pressesprecher der BI Uelzen zusammen.

„Die Bürgerinitiative Umweltschutz fordert dass das Lagerstättenwasser in Kläranlagen gereinigt wird. Daran habe Exxon Mobil allerdings kein Interesse, da die Verpressung für Exxon Mobil die billigste Lösung sei“, so Bernd Ebeling, Sprecher der BI Uelzen.


Hintergrund:

Die Erdgasförderbohrung Soltau Z 2 wurde 1984 bis zu einer Teufe von 4.670 m in den Endhorizont Rotliegend nieder gebracht. Im Jahr 2010 folgte die Erweiterungsbohrung Soltau Z 2a in die Teufe von 5.282 m.

Die Erdgasförderbohrung Munster Nord Z 1 wurde 1976 bis zu einer Teufe von 4.260 m in den Endhorizont Zechstein nieder gebracht. In den Jahren 1976 und 1977 folgten weitere Aufschlussbohrungen bis in Teufen von 4.378 m, 4.484 m und 4.575 m in den Endhorizont Rotliegend (Sandstein).

Die Erdgasförderbohrung Munster Nord Z 3 wurde 1998 bis zu einer Teufe von 4.715 m in den Endhorizont Rotliegend (Sandstein) nieder gebracht.

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