Gefahr für Grundwasser und Boden durch Bohrschlammgruben?

Pressemitteilung der Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen
Uelzen, 30. April 2015

Im Landkreis Uelzen liegen mehrere Bohrschlammgruben mit Rückständen aus der Öl- und Gasförderung. Eine befindet sich südlich Brambostel, die so genannte Bohrschlammgrube Schmarbeck. Diese hat eine Gesamtfläche von ca. 50.000 Quadratmeter. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen (BI Uelzen) vermutet, dass  Grundwasser und Boden durch austretende Schadstoffe  gefährdet werden. Zudem ist unterhalb der Bohrschlammgrube in Grundwasserfließrichtung in nur zehn Metern Entfernung ein Teich, der möglicherweise ebenfalls belastet ist. Die BI  Uelzen fordert das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) sowie den Betreiber Exxon Mobil auf, alle bisherigen Messdaten zu veröffentlichen sowie auch die anliegenden Gewässer und Böden auf Schadstoffe zu untersuchen sowie einen Rückbau der Bohrschlammgrube nach neusten Sicherheitsstandards vorzunehmen.

Eine weitere Bohrschlammgrube der Firma Wintershall liegt bei Bohlsen. Hier erfolgte 2006 eine Teilsanierung. Dabei wurden die vorhandenen fünf Gruben zu drei Gruben zusammengelegt. Anschließend wurden diese mit einer Plane abgedeckt, um zu verhindern, dass weitere Schadstoffe im Bohrschlamm mit Regenwasser in das Grundwasser gespült werden. Auf Nachfragen teilte das Umweltamt des Landkreises Uelzen mit, dass der Schlamm in den Gruben auch durch ein Zementgemisch gebunden wurde. Man konnte jedoch nicht sagen, ob der Bohrschlamm damit wirklich gesichert sei. Es würden weiter Messungen gemacht, aber leider werde nicht mehr auf Benzol und kohlenwasserstoffhaltige Verbindungen sowie Quecksilber untersucht. Auf diese Stoffe sei früher beprobt worden, doch seien die Werte so niedrig gewesen, dass Fa. Wintershall und LBEG sich darauf geeinigt habe, dies nicht mehr weiter zu machen. Analysen des Wassers in den Messbrunnen ergäben aber immer noch einen hohen Salzgehalt. Nach Ansicht der BI Uelzen sollten weiterhin in regelmäßigen Abständen Untersuchungen auf Mineralölkohlenwasserstoffe und Schwermetalle durchgeführt werden.

Hintergrund: Bei der Öl- und Gasförderung gelangt immer auch kontaminierter Bohrschlamm an die Erdoberfläche. Heute wird dieser in der Regel von zertifizierten Unternehmen entsorgt. Doch früher wurde der Bohrschlamm häufig direkt neben den Förderanlagen in Gruben gefüllt. In Niedersachsen gab es hunderte solcher Gruben. Das bestätigt die zuständige Aufsichtsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Hannover gegenüber  der Bürgerinitiative Umweltschutz Uelzen. Aus der Bergaufsicht sind diese Gruben jedoch meist längst entlassen, da angeblich keine “gemeinschädlichen Einwirkungen eintreten werden”.

 

Pressebericht der Allgemeinen Zeitung Uelzen:
Wie gefährlich ist der Bohrschlamm? Quecksilberhaltige Reste aus der Erdgasförderung liegen bei Brambostel / Bürgerinitiative fordert Rückbau

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